Der Stich

Eifrig läufst du mit nachdenklichem Ausdruck im Gesicht durch die Wohnung und ich schaue dir interessiert hinterher. Ich kann mir nämlich schon denken, was du tust, und stehe deshalb schon mal von der Couch im Wohnzimmer auf.

Du lässt mich nicht lange warten, kommst auf mich zu und nutzt gleich die Gelegenheit, mich zu umarmen. Während wir in den Armen des anderen liegen, fragst du: „Ich überlege, was ich gleich einkaufen muss. Hast du noch etwas, das du brauchst?“

Ich gebe mich einen Moment lang überlegend und frage dann: „Gehst du zufällig in die Apotheke?“ Deine Hände wandern zu meinem Hintern und streicheln ihn. „Was, wenn ich deinen schönen und wundervoll geformten Hintern ein wenig fester tätschel? Was passiert dann?“

Grummelig erwidere ich: „Aufschreien? Und ja, du hast recht. Ich habe dich erst gestern gebeten, es zu tun. Wir haben die letzten aufgebraucht, und mein Hintern ist noch nicht verheilt. Aber wir können ja die kleinen nehmen, sechs vielleicht? Und dann in die Brüste … bitte?“

Du gibst ein genervtes Stöhnen von dir. Dabei wissen wir beide, dass du dieser kleinen, gierigen Bittstellerin kaum widerstehen kannst. Ich lehne mich etwas zurück, sehe dich an und ernte als Antwort nur das Wort „Vier“.

Ein wenig möchte etwas in mir unverschämt den Vorschlag auf acht erhöhen, doch bevor es am Ende null werden, sage ich: „Vier klingt ganz zauberhaft. Ich freue mich schon darauf“ und küsse dich.

Wir lösen uns voneinander, und du verabschiedest dich, bevor du die Wohnung verlässt. Es dauert keine fünf Minuten, bis du statt einzukaufen nur mit neuen Kanülen zurückgekehrt bist.

Ob es deine Zuneigung mir gegenüber ist oder ob du selbst nach gestern noch nicht satt warst, kann ich schwer einschätzen. Aber ich freue mich, dass du meine Hand ergreifst und ein wenig vor mir her in Richtung Schlafzimmer läufst.

Dort angekommen, lässt du mich los und ich beginne, mich komplett auszuziehen. Den Wundverband hatte ich heute Morgen schon von meinen Pobacken entfernt und die Einstichstellen waren leicht zu erkennen. 

Aus einem kleinen Kosmetikkoffer, der unter meinem Nachttisch steht, holst du alkoholhaltiges Desinfektionsmittel und legst die gekauften Kanülen bis auf vier hinein. Du nimmst noch einen kleinen gelben Behälter aus dem Fach, ein Paar Gummihandschuhe und ein kleines Paket mit Kompressen.

Nachdem du alles, was wir benötigen, auf das Bett gelegt hast, frage ich vorsichtig: „Darf ich mich aufs Bett legen?“ Du grinst mich an und entgegnest: „Aber zuerst auf den Bauch, und dann sehen wir weiter. Glaub nicht, dass ich deinen Hintern vergessen habe.“

Ich bin sehr froh, dass du immer so besonnen bist, auf mich acht gibst und versuchst, meine Wünsche bestmöglich zu erfüllen. Aber meine Ungeduld und Unvernunft gefällt das nicht immer so gut.

Und doch sage ich artig „Naaagut“ und lege mich auf den Bauch, mittig ins Bett. Du beugst dich zu mir und betrachtest meinen Hintern. Ein paar Augenblicke lasse ich dir, bevor ich mit diesem wackele und frech und verspielt hauche: „Ich wusste ja, dass mein Hintern ganz hübsch ist, aber dass er dich so in den Bann zieht, hätte ich nicht gedacht.“

Du küsst meinen Hintern sanft an zwei Stellen, an denen keine Nadeln gewesen sind, und antwortest: „Stimmt, er ist einfach fantastisch. Abgesehen davon heilt dein Hintern ganz gut, auch wenn du heute zu viel gesessen hast. Du darfst dich umdrehen, dann kümmere ich mich um deine Brüste.“

 Du setzt dich zu deinen Utensilien ins Bett und rückst nah an meine Seite heran. Zuerst ziehst du dir Gummihandschuhe an, dann sprühst du mir das kalte Desinfektionsmittel auf meine warmen Brüste und wischt sie anschließend mit zwei Kompressen ab, die du in einen kleinen Mülleimer in der Ecke des Raumes wirfst.

Du löst die erste Nadel aus ihrer Verpackung und dann aus ihrer Schutzhülle. Mit einer Hand führst du die Nadel an meine Brust, mit der anderen hebst du ein wenig Haut von der Oberseite an, weit genug vom Vorhof entfernt.

Du setzt die Nadel an die angehobene Haut an und führst sie sehr kontrolliert hinein. Du lässt dir Zeit, statt die Nadel zügig durchzustechen, da dies den Vorgang verlängert und den Schmerz intensiviert.

Als die Nadelspitze auf der anderen Seite austritt, atme ich erleichtert auf. Der Schmerz und der Prozess erregten mich. Es ist eine besondere Art von Schmerz, den eine Nadel verursacht, und doch ist er oft so viel weniger schmerzvoll als andere. Nichtsdestotrotz machen dieser besondere Schmerz und der Prozess etwas mit meinem Verstand, das mich zum Sabbern bringt.

Du hebst erneut Haut an, ein paar Zentimeter oberhalb der ersten Nadel, und der leichte Zug dadurch lässt ein leichtes Brennen entstehen. Die zweite Nadel wird aus der Verpackung befreit und diesmal stichst du sie schnell und kontrolliert durch.

Ich japse erschrocken auf, als die Nadel schnell eindringt, und beiße mir vor Begeisterung ein wenig auf die Lippen. Deine Hand streichelt mir über die Wange, und du sagst mit einem Lächeln: „Na, ob du bei der nächsten Stelle mehr als nur dich erschreckst?“

Meine Augen weiten sich etwas. Ich bin mir relativ sicher, dass du mich nur ein wenig necken willst. Doch die Vorstellung, dass du mir eine der Nadeln durch den Nippel treibst, ist zugleich erregend und gruselig. 

Du würdest aber nie etwas tun, was ich nicht will, und auch sofort stoppen, wenn ich unser Safeword sage. Ich atme tief durch und hauche: „Es war nur ein Spaß, oder? Ich glaube, ich bin noch nicht bereit dazu.“

Vorsichtig, ohne die bereits genadelte Brust zu berühren, beugst du dich zu meinem Gesicht und küsst mich. Sanft höre ich dich sagen: „Ja, ich mache nur Spaß. Das würde ich nie während des Spiels einfach so tun, und schon gar nicht ohne dein ausdrückliches Einverständnis.“

Ich nicke und flüstere: „Danke, dass du mir Sicherheit schenkst. Ich vertraue dir, aber es tut gut, nachzufragen und es zu hören.“ Du lächelst mir kurz zu, bevor du in die zweite Brust eine weitere Nadel zügig einsetzt.

Ich jaule ein wenig auf, strample mit den Beinen und lasse meine Hände durch mein Haar fahren, während ich versuche, Schmerz und Lust in mir zu verarbeiten. Du siehst mich unsicher an: „Bleiben wir bei drei oder willst du die vierte auch unbedingt noch?“

Doch ich kann einfach nicht widerstehen und nicke, bevor ich sage: „Vier ist auch meine Grenze, hier und heute. Danke, dass du die  Anzahl von sechs auf vier gesenkt hast.“ Du setzt die letzte Nadel auf Höhe der ersten bei der zweiten Brust an.

Langsam, fast in Zeitlupe, baust du Druck auf und durchdringst Stück für Stück die Haut, bis du auf der anderen Seite herauskommst. Der plötzlich unerwartete Schmerz beim schnellen Stechen hat seinen Reiz, aber das langsame Stechen ist so viel schmerzvoller. Es fällt mir schwer, einen Favoriten zu küren, und ich bin froh, dass du beides machst.

Nachdem die vierte Nadel sitzt und ich mich ein wenig zwischen den Beinen berühre, fragst du unsicher: „Wie soll es weitergehen? Soll ich sie fotografieren? Willst du so kommen? Oder soll ich mich darum kümmern, dass es deinen Wunden gut geht?“

Ich nehme die Hände aus meinem Schritt und murmele etwas duselig: „Mach ein Foto und dann kümmre dich bitte um die Stiche.“ Du ziehst dein Handy aus der Gesäßtasche, fotografierst meine Brüste mit den zwei Nadeln auf jeder Seite und beginnst, die Nadeln zu entfernen.

Vorsichtig ziehst du die erste heraus, wirfst sie in den kleinen Behälter und sprühst etwas Desinfektionsmittel darauf. Nach einem kurzen Abtupfen mit der Kompresse übst du Druck aus, bis die Blutung weniger wird.

Das gleiche wiederholst du bei der Nadel an der gleichen Brust. Wenn beide Einstichkanäle versorgt sind, bedeckst du sie mit einem klebenden Wundverband.  Danach gehst du die restlichen zwei Nadeln an. Bis ich von vier Nadeln zu zwei hautfarbenen Pflastern auf den Brüsten gewechselt bin, vergeht einige Zeit.

Ich bleibe im Bett liegen und schließe die Augen. Ich höre, wie du den Müll entsorgst und alles wieder wegpackst. Du könntest aufstehen, aber du möchtest mich in solchen Momenten nicht allein lassen.

Wenn du mit allem fertig bist, legst du dich zu mir, kuschelst dich eng an mich und fragst vorsichtig: „Hattest du ausreichend Spaß?“ Ein wenig ungläubig über die Frage küsse ich dich und frage als Antwort: „Wo stichst du mir die nächsten rein? Ich kann es kaum erwarten.“